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Jenny Valentine – Durchs Feuer

März 6, 2016

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Bildquelle: dtv Verlag (hier)

 

Inhalt (Buch)Die junge Iris macht ihr Ding, zündelt schon mal, und für ihre Eltern hat sie nur Verachtung übrig. Aber wen wundert das? Mutter Hannah sieht nicht nur aus wie eine Barbiepuppe, sondern ist genauso leblos, und Stiefvater Lowell, der verkrachte Soap-Darsteller, macht die Sache auch nicht besser. Dann tritt Ernest, Iris’ leiblicher Vater, in ihr Leben und ändert alles. Er, an den Iris keine Erinnerungen mehr hat, liegt im Sterben.
Wäre das nicht schon genug an emotionaler Belastung, so bringt Iris` Mutter das Fass zum Überlaufen. Geldgierig und raffsüchtig, wie sie ist, hat Hannah keinerlei Respekt für den Todkranken. Stattdessen wittert sie in Ernests Tod die Lösung all ihrer finanziellen Probleme und sieht sie sich bereits als Millionenerbin. Denn Ernest ist sehr vermögend und seine Gemäldesammlung legendär, allein mehrere Picassos hängen in seinem Haus. Er will die Zeit, die Ihm noch bleibt, mit Iris verbringen. Wenn das der Preis für ewigen Reichtum ist, ist Hannah gern bereit, ihn zu zahlen. Aber sie hat die Rechnung ohne Iris und Ernest gemacht. Sie nutzen jede Stunde, um nachzuholen, was ihnen jahrelang vorenthalten wurde. Doch auch Ernests Tod bringt Klarheit.

Es ist ein Abgang wie ein Paukenschlag! – Und die letzte große Liebeserklärung an seine Tochter Iris.

 

Zum Buch

Titel: Durchs Feuer
Autor: Jenny Valentine
Seitenzahl: 220
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2016
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Kaufen: 14,95 €  (hier)

 

Das Cover hat es mir ehrlich gesagt als erstes angetan und mich auch angelockt. Nachdem ich dann den Klappentext gelesen habe war ich richtig neugierig auf das Buch und wurde nicht enttäuscht.
An sich wirkt das Buch sehr unscheinbar und ruhig. Die Kombination von dem blau und der gelb passt hervorragend. Nichts wirkt unruhig und man ist darauf gespannt, was für eine Geschichte sich darin verbirgt. Am meisten hat mich allerdings das Streichholz mit der Rauchschwade fasziniert. Auf den einen Blick sieht das Streichholz schwach und ausgebrannt aus aber es erinnert mich auch gleichzeitig an etwas machtvolles. Vor allem durch die Rauchschwade kann man sich sehr gut vorstellen, dass es gerade angezündet wurde um ein Feuer zu machen. Der Titel “Durchs Feuer” und das abgebrannte Streichholz lassen einen vermuten, dass es tatsächlich jemand in der Geschichte ein oder mehrere Feuer legt.

Mein Einstieg in die Geschichte war recht holprig und ich musste oft einige Stellen doppelt lesen um sie richtig aufnehmen zu können. Ich musste mich erst an den Schreibstiel gewöhnen. Jenny Valentine beschreibt vieles sehr genau und versucht dabei dem Leser Bilder zu erzeugen. Für mich war das allerdings an manchen Stellen etwas zu viel und es hat bei mir die Stimmung eher kaputt gemacht. Außerdem war die ganze Zeit eine gewisse Distanz zwischen mir und der Geschichte vorhanden, was das Lesen nicht gerade erleichtert hat. An dem Schreibstil, von Jenny Valentine, hat mir allerdings gefallen, dass man die Gefühle und Gedanken von Iris sehr gut nachempfinden kann.

Die Beschreibungen von den Charakteren hat sie ebenfalls sehr gut hinbekommen. Man weiß sofort ob man eine Person mag oder nicht. Leider wird man aber auch nicht überrascht, indem sich z.B. die Charaktere vom Verhalten ändern. In dieser Hinsicht ist es vorhersehbar wie die Charaktere auf bestimmte Situationen reagieren. So findet man die Mutter und ihren Freund vom Anfang bis zum Schluss richtig unsympathisch. Die beiden werden als so richtige Barbie Puppen beschrieben, die sich auch genau so kalt und herzlos verhalten sodass einem Iris besonders leid tut. Das traurige ist dann auch noch, dass sie nicht mehr viel von der Mutter hält und sich vorstellen kann, dass diese über Leichen gehen würde um ihre Scheinwelt aufrecht zu erhalten.

“Ernest winkte, und Hannah und ich starrten einander an,
bis sie die Tür hinter mir zuschlug,
sich mit ihm im Zimmer einschloss und den Schlüssel rumdrehte.
Mir kam der Gedanke, dass sie sich nicht zu schade sein würde,
den Sensenmann persönlich zu spielen,
wenn sie nur ein paar Minuten mit ihm allein hätte.
Es war schrecklich, so über meine Mutter zu denken,
aber etwas Wahres hatte es schon.”
(Seite 140)

Iris dagegen ist zwar rebellisch und hat ein Problem, da sie gerne Dinge anzündet, aber an sich ist sie ein liebenswertes Mädchen, das nach Beachtung und Liebe schreit. Sehr schnell habe ich sie ins Herz geschlossen und mit ihr gelitten, wenn sie enttäuscht wurde. Oft habe ich mich gefragt wie sie wohl sein würde wenn sie nicht bei ihrer Mutter aufgewachsen wäre oder wenn sie ihren Vater früher kennengelernt hätte. Gegönnt hätte ich ihr eine Vater-Kind Beziehung auf alle fälle. Was ich mir von der Autorin gewünscht hätte ist, dass sie mehr auf Iris und ihrem Problem, dem zündeln, eingeht. Hier scheint Iris ein ausgeprägtes, zwanghaftes Verhalten zu haben. Ich hätte gerne den Grund und die Lösung dazu, da sie es selbst nicht in den Griff bekommt und es ein ernsthaftes Problem ist, erfahren.

Am meisten an der Geschichte hat mich das Ende überrascht. Es endet wie angekündigt mit einem großen Paukenschlag. Das schöne hier, man rechnet überhaupt nicht damit dass es so ausgehen wird. Zwar hatte ich während dem Lesen auch ein dramatisches Ende im Kopf, mit so einem Schluss habe ich aber nicht gerechnet.

 

“Durchs Feuer” von Jenny Valentine ist ein ernstes Jugendbuch, das schwierige Themen im Leben eines Teenagers thematisiert. Man erfährt hier z.B. wie die Gier einen Menschen verderben und die Familie zerstören kann, wie wichtig es für einen jungen Menschen ist beim aufwachsen beide Elternteile zu haben und dass es nicht immer so ist wie es scheint. Überzeugen konnte mich das Buch allerdings nicht ganz, da mir die Charaktere und die Situation zum einen etwas übertrieben vorkamen und zum anderen weil alles sehr distanziert erschien. Es ist zwar eine gute Geschichte, der allerdings die notwendigen Gefühle fehlen.

 

 

Danke an den dtv Verlag und Lovelybooks für das Exemplar !

 

  1. CShöne Rezension. Ich hatte von dem Buch noch gar nichts gehört, finde die Handlung aber sehr interessant. Wenn die Umsetzung aber wirklich nicht so gut ist, schaue ich nochmal, ob ich es mir zulege. Vielleicht blätter ich ja in der Buchhandlung mal ein bisschen rein 😀

    1. Kannte das Buch und die Autorin bisher auch nicht. Durfte aber bei meiner ersten Leserunde bei Lovelybooks es lesen. Die Geschichte an sich ist zwar schon gut aber wie gesagt fehlt da noch das gewisse etwas.
      Kannst ja wie erwähnt in der Buchhandlung schauen oder in die Leseprobe reinschauen.

  2. Liebe Kaddy,

    ich habe jetzt wirklich eine halbe Ewigkeit für meine Rezension gebraucht, mir erging es ähnlich wie manchen Mitlesern. Die Distanz zum Buch konnte trotz des überraschend facettenreichen Schreibstils nicht überwunden werden. Schade irgendwie, denn dennoch gefiel mir das Buch ganz gut. Eine sehr widersprüchliche Angelegenheit.

    Schöne Rezension!

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Hallo Sandra,
      mir ging es auch so mit der Rezension. Kaum habe ich mir das geschriebene nochmal durchgelesen schon habe ich gut die Hälfte davon rausgeschmissen. Dann habe ich die Rezension einen Tag ruhen lassen, sie mir wieder angeschaut und zack musste ich etwas ändern.
      Ich glaube, dass Buch wäre deutlich besser geworden wenn es nicht diese Distanz hätte aber mittlerweile frage ich mich ob die Autorin es nicht darauf angelegt hat diese Distanz zu wahren. Sie hat ihren Vater ja ebenfalls verloren und das Buch ist ihm ja gewidmet.

      Liebe Grüße,
      Kaddy

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