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Anne Freytag – Mein bester letzter Sommer

April 11, 2016

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Titel: Mein bester letzter Sommer
Autor: Anne Freytag
Seitenzahl: 365
Erstveröffentlichung: März 2016
Verlag: Heyne>fliegt
Kaufen: gebundene Ausgabe 14,99

 

Wir sind alle in unserer eigenen Welt, ganz dicht beisammen.
Isoliert in dieser Nähe, die keiner wirklich will, aber jeder stillschweigend erträgt.
„Mein bester letzter Sommer“ – Anne Freytag
[Seite 7-8]

 

Inhalt (Buch)Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch die hat sie nicht.
Das 17-jährige Mädchen erfährt, dass sie bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend und verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der sie und ihre Fassade durchschaut, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken.
Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind.

 

„Mein bester letzter Sommer“ ist eines der wenigen Bücher, bei denen nicht ich sondern die Autorin meine Emotionen im Griff hatte. Mit nur 365 Seiten hat es Anne Freytag geschafft mich zum Weinen, lachen und kichern zu bringen. Gefühle spielen beim Lesen vom Buch aber auch in der Geschichte eine ganz große Rolle! „Mein bester letzter Sommer“ gehört zwar zu den ernsteren Jugendbüchern jedoch erkämpft es sich eindeutig einen Platz im Herzen, welchen es sich aber auch echt verdient hat.

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Das gesamte Erscheinungsbild vom Buch gefällt mir so richtig gut und hat mich auf Anhieb angesprochen. Der Buchumschlag ist wunderschön gestaltet und total gut gelungen. Aber auch das innere vom Buch wurde so richtig schön gestaltet.

Öffnet man das Buch so springt einem gleich eine wunderschöne Karte ins Gesicht und man fragt was diese von der Geschichte preisgibt. Mein erster Gedanke dazu war, dass die Geschichte eine Reise beinhalten wird, doch dahinter steckt mehr was man im laufe der Geschichte erfahren wird.
„Mein bester letzter Sommer“ liest sich ziemlich gut, da es unkompliziert geschrieben ist. Durch die vielen Beschreibungen bekommt man zusätzlich ein ziemlich gutes Bild von den Ereignissen. Zu Beginn erfährt man schonungslos, das Tessa krank ist. So krank, das sie nicht mehr lange zu leben hat. Man möchte sofort Mitleid mit ihr empfinden, da sie mit ihren 17 Jahren eigentlich das ganze Leben noch vor sich hätte, doch das lässt dieser starke Charakter nicht zu. Tessa wirkt in meinen Augen ziemlich stark, obwohl sie das Leben schon längst abgeschrieben hat.
Die Geschichte hat mich am Anfang ziemlich stark an „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erinnert. Lange ist dieser Gedanke hängen geblieben und ich habe auch unbewusst nach Ähnlichkeiten gesucht. Erst nach ca. 1/3 vom Buch konnte ich mich auf die Geschichte einlassen und die Gedanken an das Buch von John Green beiseite schieben.

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Die meisten Kapitel sind aus der Sicht von Tessa geschrieben und sind mit einer Krabbe gekennzeichnet, die Kapitel aus Oskars Sicht haben einen kleinen Hasen. Diese Kennzeichnung ist mir allerdings ziemlich spät aufgefallen. Ich dachte zuerst, dass die Krabbe nur eine Verzierung ist aber wie bei dem Bucheinband steckt mehr hinter der Gestaltung.
Durch den Wechsel der Sichtweise der Person, die gerade erzählt bekommt man einen sehr guten Eindruck der Gefühle und Gedanken von Tess und Oskar. Da allerdings Tess die meiste Zeit erzählt erfährt man sehr gut wie es für sie ist mit der Situation klarkommen zu müssen bald zu sterben. Schnell entsteht eine starke Bindung zwischen ihr und dem Leser.

Besonders schmerzhaft war für mich, bzw. was mich traurig gemacht hat, die Tatsache zu erfahren, dass Tessa ihr Leben nicht richtig gelebt, sondern aufgeschoben hat. Die ganze Zeit hat sie Dinge voraus geplant und aufgeschoben mit dem Gedanken, dass sie noch Zeit im Leben hätte für diese Dinge. Doch diese hat sie leider nicht mehr. Das ist der Punkt an dem man als Leser nachdenklich wird und sich fragt was man selbst schon alles aufgeschoben hat mit dem Gedanken, dass man dafür noch einige Jahre hat.

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Neben den vielen Beschreibungen für die Situationen, Personen oder Ereignissen haben Tessa und Oskar für die jeweiligen Momente immer ein Lied genannt, welches dazu passen würde. Diese Playlist findet man auf den letzten Seiten vom Buch.

Als ich das Buch ein zweites Mal gelesen habe, habe ich diese Lieder in einer Playlist im Hintergrund gehört und muss sagen dass sie wirklich gut zu den jeweiligen Situationen passen. Die Idee die Geschichte mit Musik gefällt mir besonders gut, da man eine anderen, intensiveren Eindruck beim Lesen hat.

 

„Mein bester letzter Sommer“ gehört, neben „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ von  Jasmine Warga, definitiv zu meinen Herzensbücher, mit denen ich richtig viel gefühlt und es genossen habe sie zu lesen. Es bringt einen über das Leben und vor allem über sein eigenes nachzudenken. Oft bleiben wir in unserer Wohlfühlzone oder verschieben Dinge mit dem Gedanken, dass wir dafür noch genug Zeit haben werden. Doch haben wir überhaupt diese Zeit manche Dinge nicht zu tun?

Obwohl die meiste Zeit die Atmosphäre traurig und etwas drückend ist, gelingt es der Autorin einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich war von der Geschichte so berührt und begeistert, dass ich das Buch kurz darauf ein weiteres Mal gelesen habe mit Teskars Playlist im Hintergrund.

Ich kann diese Geschichte jedem wärmstens weiterempfehlen und bin echt froh, dass das Buch seinen Weg zu mir gefunden hat und ich es lesen durfte.

 

 

Danke an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

 

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